Ein Schwede in Berlin

Christoph Brachmann und
Thomas Steigenberger (Hg.)

Ein Schwede in Berlin

Der Architekt und Designer Alfred Grenander und die Berliner Architektur (1890–1914)

568 Seiten mit 564 s/w und 48 farbigen Abbildungen
16,5 x 23,5 cm, gebunden
€ 79,−
ISBN 978-3-939020-81-3

Der schwedische Architekt Alfred Grenander (1863−1931): In Berlin kommt fast jeder mit seinem Werk in Berührung, gerade im Bereich der zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch neuartigen elektrischen Schnellbahnen, mit denen er das Bild dieser Metropole prägte und prägt. Grenanders Bedeutung als Architekturlehrer und Entwerfer zahlreicher Industriebauten, Landhäuser und Raumausstattungen ist weit weniger bekannt. Neben Peter Behrens, Albert Gessner, Alfred Messel, Hermann Muthesius und Bruno Paul zählt er zu den Hauptvertretern der Architekturreform vor dem Ersten Weltkrieg. Reich illustriert und mit einem Werkverzeichnis versehen, präsentiert das Buch erstmals Grenanders gesamtes Œuvre. Dessen herausragende Stellung gewinnt weiter an Schärfe durch begleitende Aufsätze namhafter Kenner der Architektur des späten Kaiserreichs, die einen aktuellen Überblick zu dieser wichtigen Phase der beginnenden Moderne liefern.

Inhalt

Christoph Brachmann und Thomas Steigenberger: »Svensk arkitektur och möbelkonst i Tyskland«: Das Werk Alfred Grenanders (1863–1931); Steffi Kuthe: Alfred Grenanders Sommerhaus Villa Tångvallen in Schweden; Thomas Steigenberger: Otto Spalding (1863–1945) – Postbaumeister und Privatarchitekt; Christiane Salge: Das Berliner Baubüro Spalding & Grenander (1887–1904) und seine Bautätigkeit für die Familie Wilke in Guben; Christoph Brachmann: Ingenieurbau als Formproblem: Alfred Grenanders Beitrag zur Eisenarchitektur der beginnenden Moderne; Johannes Bousset: »Alfred Grenander zum Gedächtnis«. Reprint eines Nachrufes: Deutsch-Schwedische Blätter 11, 1931 (Oktober 1931); Lars Olof Larsson: Die Rezeption deutscher Architekturströmungen in Schweden seit 1900 – einige Bemerkungen; Henning Repetzky: Von schwedischer Beaux-Arts-Architektur – Alfred Grenanders Zeit in Schweden; Teppo Jokinen: Zur Bedeutung Berlins in der finnischen Baukunst um 1900; Christian Freigang: Jugendstil und Akademismus als ›öffentlicher Dienst‹: zur Architektur in Frankreich um 1900; Stefan Muthesius: ›Englisch‹ als Vorbild um 1900; Robert Habel: Die Entwicklung der Villen- und Landhausbauten Alfred Messels; Claudia Kromrei: Albert Gessner. Landhaus und Miethaus – vom inneren Organismus und wie dieser in Erscheinung tritt; Franziska Uhlig: Zweierlei Ordnung. Handliteratur zur Farbe und ihre jeweilige Adressierung an Kunst, Gewerbe und Industrie im 19. Jahrhundert; Eva Maria Froschauer: Berliner Autochthone – die Vermittlung des frühen Werks Alfred Grenanders in der Architekturpresse; Georg Himmelheber: Aufbruch und Spätzeit. Alfred Grenander und die deutschen Möbel 1897 bis 1914; Susanne Graner: Die ›Maschinenmöbel‹ von Richard Riemerschmid und die ›Typenmöbel‹ von Bruno Paul – ihre Bedeutung im Kontext der Technologie im Möbelbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts; Sven Kuhrau: Die schöne Form. Kunstwerke und Interieurkunst in der Sammlung Johannes Guthmann, Neu-Cladow; Ralf Dorn: Der Architekt Bruno Möhring (1863–1929) – ein Weggefährte Alfred Grenanders; Reto Brunner: Der Schweizer Architekt Sepp Kaiser (1872–1936), Alfred Grenander und die Berliner Hoch- und Untergrundbahn; Jörg Schilling: Zwischen Berlin und Hamburg: die Monumentalisierung kommunaler Versorgungsbauten – Emil Schaudt und die Hamburger Ringbahn 1906–1912; Robert Dupuis: John Martens (1875–1936): Architekt, Bildhauer und Baukeramiker; Ulrike Weber: Farbig reizvoller Klinker: ein Berliner Baumaterial der 1920er Jahre.

Herausgeber

Christoph Brachmann war bis 2008 Oberassistent am Fachgebiet Kunstgeschichte der TU Berlin und ist seit 2010 Inhaber der Mary H. Cain Distinguished Professorship, University of North Carolina at Chapel Hill, USA. Neben seinem Forschungsschwerpunkt im Bereich mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunst beschäftigt er sich seit längerem mit Alfred Grenander, insbesondere mit dessen U-Bahnhöfen der 1920er Jahre sowie der Rolle von Farbe in der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts (vgl. Licht und Farbe im Berliner Untergrund, 2003).
Thomas Steigenberger studierte Kunstgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Archäologie. Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit ist die Architekturgeschichte und Denkmalpflege des 19. und 20. Jahrhunderts (hierzu zahlreiche Ausstellungsbeiträge und Veröffentlichungen u. a. über das Frühwerk Mies van der Rohes, den Berliner Architekten Georg Heinrichs und zur Architektur der Nachkriegsmoderne in Deutschland).