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Band 11

Gordon Blennemann, Christine Kleinjung und Thomas Kohl (Hg.)

Konstanz und Wandel

Religiöse Lebensformen im europäischen Mittelalter

280 Seiten mit 4 s/w Abbildungen und 3 farbigen Tafelseiten
16,5 x 23,5 cm, gebunden
€ 54,–
ISBN 978-3-939020-31-8

Die 1000 Jahre europäischer Geschichte, die wir als Mittelalter bezeichnen, wurden in besonderer Weise von der »vita religiosa« geprägt. Die vielfältigen religiösen Lebensformen (in Klöstern, Stiften, Bruderschaften, Schulen), ihre nicht selten konfliktbeladene Koexistenz und das Aufeinandertreffen traditioneller Lebensformen und Reformströmungen stehen im Zentrum der Beiträge. Aber auch die Beziehungen zur gesellschaftlichen Umwelt, für deren Seelenheil die religiös lebenden Männer und Frauen beteten, das Totengedenken sicherten, Grablegen anboten, Schreib-, Boten- und Verwaltungsdienste leisteten, Konflikte schlichteten und als zentrale Mittler zwischen der irdischen Sphäre und Gott agierten, werden berücksichtigt. Mit den hier versammelten Arbeiten ehren Schüler, Freunde und Kollegen Franz J. Felten, der sich in diesen Feldern große Verdienste erworben hat, aus Anlass seines 70. Geburtstags.

Inhalt

Gert Melville: Anregungen zu einem Vergleich diachroner Strukturen in der Welt der mittelalterlichen Klöster; Ludger Körntgen: Bonifatius, Bayern und das fränkische Kirchenrecht. Zur Überlieferung des Capitulare Papst Gregors II. für Bayern (716); Alison I. Beach: »In diu desideratum mansiunculam«. Der Weg zum Inklusentum in den Heiligenviten von Verena und Wiborada; Wolfgang Haubrichts: Laien, Klerus, Mönche, König als Anreger und Rezipienten des volkssprachigen Evangelienbuchs Otfrids von Weißenburg (a. 863/71); Ingrid H. Ringel: »Vorratshaltung« oder ideelles Konzept. Warum wurde nach Vollendung des Neubaues des Mainzer Doms durch Erzbischof Willigis und seine Nachfolger der »Alte Dom« nicht aufgegeben, sondern zu einer Johanniskirche umgewidmet? Eine Hypothese; Thomas Kohl: Hildegard von Bingen – Klausur und Heiligkeit im 12. Jahrhundert; Letha Böhringer: Ein Fragment der zisterziensischen Kodifikation von 1237 aus dem Hessischen Staatsarchiv Marburg (Hr 8, Nr. 6); Gordon Blennemann: Eine Bildurkunde aus dem Benediktinerinnenkloster Sainte-Glossinde in Metz. Zugleich ein Beitrag zur mediävistischen Bild- und Objektwissenschaft; Christina Lutter: Geteilte soziale Räume und gemeinsame Zugehörigkeiten: Die Wiener Zisterzienserinnen um 1300; Sigrid Hirbodian: Die Erforschung geistlicher Frauen als Aufgabe der südwestdeutschen Landesgeschichte; Joachim Kemper: Ratsherren, Stuhlbrüder und »Bastarde«: Aspekte der Beziehungen der Freien Reichsstadt Speyer zu Kaiser Friedrich III. (1440–1493); Michael Matheus: Schnittstellen zwischen Kirche und Welt: spätmittelalterliche Bildungseinrichtungen am Mittelrhein.

Herausgeberin und Herausgeber

Gordon Blennemann ist professeur adjoint an der Université de Montréal und lehrt dort mittelalterliche Geschichte.
Christine Kleinjung ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Freiburg und derzeit Käthe-Leichter-Gastprofessorin an der Universität Wien am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.
Thomas Kohl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt und vertritt dort zurzeit eine Professur für mittelalterliche Geschichte.